Das vergangene Jahr war wieder so eines, das sich anfühlte, als seien Jahrzehnte passiert. Unwirklich die Ruhe zwischen den Feiertagen in der Großstadt, bevor sich dann zu Silvester alles noch einmal mit einem Knall entlädt. “Be prepared to appreciate everyone you meet”1 war das Motto, und ich habe viel Zeit mit wunderbaren Menschen verbringen, und wunderbare Menschen neu kennenlernen dürfen.
Was nun? “(Cela est bien dit, mais) il faut cultiver notre jardin.”2
“Das ist wohl gesagt, aber wir müssen unseren Garten bestellen.” bringt die fortwährenden Herausforderungen, den Anspruch und die Methode auf den Punkt. Zu vieles, was als schnelle Lösung angepriesen wird, entpuppt sich schon beim ersten Blick als naiver Schnellschuss, der Ursache-Wirkungsbeziehungen sieht, wo keine Sind. “Ganzheitliche” Systemdenker halten die Welt ihrer geschlossenen Modelle für die ganze und wiegen sich in Sicherheit. Tatsächlich gibt uns aber unser offenes komplexes System Welt vor, dass wir gut daran tun, mit der Demut eines Gärtners zu wirken3.
Wie alle Jahre gibt Erich Kästner wie kein zweiter den Impuls vor (“Und besser euch drauflos!”), den es gleichwohl mit den gezielten Experimenten umzusetzen gilt. Mit dem Anspruch das jeweils Nächstrichtige zu tun4 und die Anzahl der Wahlmöglichkeiten so zu vergrößern.
Tim Urban erinnert daran, dass wir uns regelmäßig bereits viel weiter im langen Ausläufer befinden, als wir glauben. Das bedeutet (nicht nur) für das neue Jahr: Räume schaffen um innezuhalten, zu orientieren, so dass das Nächstbeste nicht aus dem Blick gerät.
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“Dune”, Frank Herbert. ↩︎
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“Candide”, Voltaire. ↩︎
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Hierzu: Bens Protokoll, das diese Haltung treffend zusammenfasst. ↩︎
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In den angrenzenden Möglichen das Nächstbeste: Dave Snowden, “Cynefin St David’s 2021 (1 of 3). ↩︎